Wüste Gobi
Posted in Mongolei, Wüste Gobi on 10/23/2009 03:46 pm by domaschulz
Die Geierschlucht und anderes
Drei Tage brauchen wir bis Dalangzabad und stellen daraufhin die Reiseroute etwas um, denn die Pisten im Ralleystil entlang jagen wollen wir nicht. Im Programm jeder Mongoleireise steht die Geierschlucht Yolin Am, die Red Cliffs und der Khongoryn Els. Wir fahren auch dorthin. Wir laufen durch die Schlucht, die auch im Sommer an einer Stelle mit Eis bedeckt sein soll. Aber man sagt uns schon eingangs des Nationalparks, dass es in den letzten Jahren kein Eis mehr gegeben hat.
Wir fahren hinein in das Dino-Becken, um unseren eigenen Platz zu suchen und werden erst einmal aufgehalten von einem veritablen Sandsturm, der sich schon in der Ferne als schwarze, schnell näher kommende Wand angekündigt hatte. Nach einer Stunde ist alles vorbei, die Sonne scheint wieder und wir fahren weiter hinein in die Dino-Ebene. Sicher ist hier irgendwo noch das ein oder andere Relikt – wir haben es nicht gesehen.
Bei den Red Cliffs bei Bayan Zag ist eins der Dinosauriergebiete. Manch Reiseanbieter lockt da mit „Übernachtungscamp neben Millionen Jahre alten Dino-Eiern“. Das können wir kaum glauben, denn fast alles, was dort gefunden wurde, ist im Museum in Ulaan Bataar wiederzufinden.
Und doch sehen wir ein Nest mit 9 Dino-Eiern. Ein Einheimischer bringt uns – gegen ein kleines Entgelt – dorthin. An einer Stelle in dem recht steilen weichen Sandstein bleibt er stehen, holt einen dickeren Pinsel aus der Tasche und pinselt vorsichtig den Sand weg, bis alle 9 Eier zum Vorschein gekommen sind. Nebenan pinselt er noch das Skelett eines Minisauriers frei. Er lässt uns in Ruhe alles ansehen und fotografieren und häuft anschließend vorsichtig den Sand wieder über das Nest und das Skelett – für die nächsten!
Der Khongoryn Els ist eines der wenigen Sanddünengebiete, die die Gobi hat. Hineingeweht in ein langes Tal wird der Sand aufgehalten von den hohen Bergen des Gobi Altai und türmt sich zu beachtlichen Dünen auf. Es ist schon ein Erlebnis der besonderen Art, wenn man über schwarze Schotterwege fährt, weit hinten dunkle Berge sieht und sich dann, je näher man kommt, langsam der helle Streifen des Dünengebietes abzeichnet.
Am Rand dieses Beckens gibt es große sogenannte Ger-Camps für Touristen. Ger ist das mongolische Wort für Jurte. Da stehen dann also mindestens 5 Jurten, meistens sind es mehr, in denen man übernachten kann, ein zentrales Duschen- und Toilettengebäude und ein Restaurant. Bis auf ein einziges Mal (zu meinem Geburtstag) haben wir um diese Ger-Camps einen großen Bogen gemacht. Viele waren auch schon geschlossen, weil weniger Touristen kamen als in anderen Jahren, wie wir erfahren haben, und wir sind am Ende der Saison unterwegs.
Mongolei
Posted in Mongolei on 10/04/2009 04:29 pm by domaschulz
Auch wenn wir nicht über optimales Kartenmaterial verfügen. Das GPS, Manfreds untrügliches Gefühl für Richtungen selbst nach manch zuerst falsch genommenem Weg, hat uns die richtige Piste immer noch finden lassen. Ganz davon abgesehen, dass ausgefahrene Pisten immer irgendwohin führen.
von China in die Mongolei
Posted in China, Mongolei on 10/04/2009 04:29 pm by domaschulzUnd dann sind wir in der Mongolei. Der Grenzort Zamyn Üüd ist grenzwertig und nach ein paar hundert Metern hört für lange Zeit der Asphalt auf. Irgendwie sind wir auch froh „crowdy china“ hinter uns zu haben. Wir fahren noch ca. 80 km, rechts und links ist sozusagen nichts aber für uns eine traumhaft unbewohnte Landschaft, in der wir uns den ersten Übernachtungsplatz suchen. Wir stehen völlig unversteckt abseits der Piste. Die Ebene tut sich auf. Und darin fährt, unhörbar für uns, plötzlich ein langer Zug. Jetzt erst sehen wir die transmongolische Eisenbahnlinie. Es ist nur ein Güterzug, der in der Ferne vorbeifährt, aber dieser Ausblick in die Weite ist einmalig.
Xian
Posted in China, Xian on 10/04/2009 03:29 pm by domaschulzDie Besichtigung der riesigen Anlage dieser einmaligen Terrakotta-Armee macht hungrig. Manfred weiß noch aus seiner China-Zeit, dass es in der Innenstadt ein spezielles Restaurant für Maultaschen oder englisch Dumplings gibt. Ich liebe Maultaschen und habe noch viel zu wenig bisher davon gegessen – also nichts wie dorthin. Wir bekommen noch gerade einen Tisch für uns, denn das nicht eben kleine Lokal ist sehr beliebt und brechend voll. Vorspeisen werden auf Servierwagen herumgefahren, man sucht aus und bezahlt gleich vor Ort. Die Maultaschen selbst kauft man an einer Zentralkasse. Gegen den Bon bekommt man dann das Bestellte. Es ist faszinierend der Bedienung zuzuschauen, die 12 Maultaschen zu servieren hat. Mit geübtem Schwung befördert sie genau diese 12 aus einem größeren Behälter auf den Teller. Es ist laut und heiß in dem Lokal aber genau das macht es aus. Wir essen und trinken wahrscheinlich viel zu viel, aber es ist warm, viele Leute sind noch auf der Straße, alles ist beleuchtet, die ganze Stadt brodelt und ist voller Leben.
Terrakotta Armee in Xian
Posted in China, Xian on 10/04/2009 03:28 pm by domaschulz
Der Ausgangspunkt der Seidenstraße – Xian
Von Dunhuang geht die Seidenstraße weiter durch den 100 km breiten Hexi-Korridor über Zhangye, Lhanzou, Pingliang und schließlich in die erste Hauptstadt des Reiches Qin, nach Xian oder Chang’an, wie es früher hieß, dorthin, wo die Seidenstraße ihren Anfang nahm. Ein großes Denkmal steht in der Nähe der Innenstadt und erinnert an all die Reisenden mit den unterschiedlichsten Transportmitteln, die sich auf diesen Weg begeben haben.
Ein Rückblick: Im 3. Jh. v. Chr. eint der König Zheng des Staates Qin, die verschiedenen chinesischen Reiche zu einem Staat und ernennt sich selbst zum Kaiser. Er macht Xian zu seiner Hauptstadt, die damals schon die unglaubliche Zahl von 2 Millionen Einwohnern hatte. König Zheng geht unter dem Namen Qin als Erster Kaiser von China in die Geschichte ein. Noch als König gibt er den Bau eines unterirdischen Palastes mit Grabanlage in Auftrag, als Abbild seiner Größe und Macht und Schutz im Jenseits.
Man wusste, dass um Xian herum das Grab des Ersten Kaisers sein muss, aber erst 1974 entdeckten Bauern beim Bohren für einen Brunnen die unterirdische Anlage: Die Terrakotta-Armee war gefunden und damit die Grabanlage des Ersten Kaisers. Das Grab selbst, welches ca. 5 km von der Grabanlage entfernt ist, wurde bis heute nicht geöffnet und bleibt vorerst als Bodendenkmal erhalten, bis man eine Methode der sicheren Konservierung dessen, was man zu finden erwartet, gefunden hat.
Die Mogao Höhlen
Posted in China, Mogao Höhlen on 10/04/2009 03:26 pm by domaschulzDer 2. Grund für einen Besuch von Dunhuang sind die einzigartigen Grotten. Fang hat eine deutschsprachige Führung organisiert. Wir sind vor allen Gruppen da und können so viele der Höhlen mit ihren kunstvollen Malereien und Buddhadarstellungen in Ruhe ansehen. Diese Höhlen, einer Inschrift gemäß 366 erstmals erwähnt und lange Zeit in Vergessenheit geraten, wurden erst 1899 wieder entdeckt. Sie sind heute eines der bedeutendsten Zentren für den Buddhismus in China.
Dünengebiet bei Dunhuang
Posted in China, Xian on 10/04/2009 03:25 pm by domaschulz
Die Düne
Zwei Gründe gibt es, heutzutage Dunhuang zu besuchen, das für Reisende auf der Seidenstraße nach der Taklamakan geradezu ein Paradies darstellte: Die Mogao-Grotten und die großen Sanddünen, an deren Fuß der Mondsichelsee liegt. Zu den Dünen, sagt Fang, müssten wir sofort, wegen des Lichts am Spätnachmittag, dann wäre es dort besonders schön.
Ja, das Licht ist genau richtig als wir dort ankommen, aber alles andere ist für uns genau falsch. Nämlich der sehr hoher Eintrittspreis von € 18,- , die vielen Leute, die da herumlaufen, an den Füßen orangefarbene Überschuhe bis zum Knie, damit auch nur ja kein Sandkorn in die Schuhe kommt, der eingezäunte See, die auf halber Höhe eigens eingerichteten Stationen, von denen johlend die Menschen die Dünen hinunter rutschen, andere wiederum, die auf Kamelen hockend einen Rundweg abgehen und wieder andere, die per Motordeltaflieger das Ganze von oben betrachten. Die Dünen an sich sind sehr schön, aber das Drumherum ist ein Albtraum.
Fang ist enttäuscht, dass wir das alles nicht toll finden. Und dabei haben wir Bilder gesehen, auf denen sich der See wirklich wie eine Mondsichel an die Düne schmiegt, aber hier vor Ort ist nichts davon erkennbar. Diese Bilder müssen aus einer anderen Zeit stammen und von oben aufgenommen worden sein. Und dann lassen wir uns hinreißen, steigen jeder auf einen Motordeltaflieger, lassen uns über die Dünen fliegen und haben eine wirklich einzigartige Aussicht, die für den Rummel unten wenigstens zum Teil entschädigt.
Turfan
Posted in China on 09/20/2009 05:07 pm by domaschulz
Alle Augenblicke schauen wir auf unser GPS um ja nicht die Höhenanzeige „Null“ und die ersten Minusanzeigen zu verpassen. Wir fahren in die als besonders heiß bekannte Turfan-Senke und nähern uns dem mit – 157 m zweittiefsten Punkt der Erde nach dem Toten Meer. Eine Tafel und ein Fels markieren diese Stelle.
Aber wo sind hier eigentlich die Sandfelder, über die wir einen Fernsehbericht gesehen haben? Sandfelder, in denen man baden kann und in denen schwer Rheuma-Kranke Heilung finden. Wir fragen, bzw. Fang fragt, aber die Auskünfte sind dürftig, niemand weiß so richtig Bescheid. Wir fahren zurück zum riesigen, sehr leer aussehenden Touristen-Center am Ortseingang von Turfan. Auch dort hat nur eine einzige der Damen, die da eher gelangweilt herumsitzen, etwas von den Sandfeldern gehört und weiß ungefähr wo diese zu finden sind. Sie sollen gleich hier in der Ebene liegen, einfach die Straße neben dem Center hinunter. Fang muss trotzdem noch oft nach dem Weg fragen bis wir endlich im richtigen Dorf angekommen sind.
Hier haben wir das Glück auf einen Mann namens Ling zu stoßen, der bereit ist, uns ein wenig herumzuführen. Er zeigt uns zum Beispiel die wie ausgestorben wirkenden, sehr einfachen Unterkünfte für Heilung Suchende und das ebenso verwaist wirkende ärztliche Gebäude. Auf unsere Frage, warum alles so leer ist, bekommen wir die Antwort, dass z.Zt. keine Therapien stattfinden wegen der Unruhen vom 5. Juli.
Wir fragen nochmals nach den Sandfeldern. Unser Interesse daran scheint Ling zu erstaunen, aber bereitwillig fährt er mit seinem Minibus vor uns her bis zu einem großen Tor. Er hat den Schlüssel dafür und macht extra für uns auf. Nun sind wir auf dem eigentlichen Gelände. Wir steigen kurz um in seinen Bus, fahren ein paar hundert Meter und da sind sie: mehrere große schwarze, flache Sandhügel. Und da sind tatsächlich zwei im Sand Badende!
Ein Sonnenschirm schützt sie vor der brennenden Sonne. Ling erklärt die Vorgehensweise: Nachdem ein Arzt seine Zustimmung gegeben hat kann der Erkrankte die sehr anstrengende Therapie beginnen. Dazu wird eine Mulde in den Sand gegraben, in die sich Mann/Frau legt und der vom Rheuma geplagte Teil des Körpers wird möglichst gut mit dem bis zu 60°C heißen Sand bedeckt. Und zwar für höchstens 2 Stunden am Vormittag und 2 Stunden am Nachmittag, mehr ist nicht erlaubt. Wer das vier Wochen lang durchhält kann mit wirksamer Linderung seiner Schmerzen rechnen. Die beiden „Badenden“ bestätigen dies. Wir sind sehr beeindruckt und bedanken uns herzlich bei Ling für seine Führung.
Es gibt noch eine andere Besonderheit in der Turfansenke. Rund um Turfan ist das größte Weintraubenanbaugebiet Chinas. Hier werden kernlose Weintrauben angebaut, nicht um Wein zu produzieren, sondern um sie zu trocknen, so dass sie als Rosinen in den Handel kommen. Die speziellen Trocknungsspeicher sind überall zu sehen. Die Weintrauben werden in Einkaufskörben angeboten! Und will man Weintrauben kaufen, so geht auch das nur korbweise oder gar nicht, denn gedacht sind diese Mengen nur zum Teil für Privatpersonen, hauptsächlich kommen Großeinkäufer vorbei. Also kaufen wir einen ganzen Korb für 3,- Euro, das war doch zu verlockend, und essen zu Dritt drei Tage lang Weintrauben!





















































































































